Die Höchster Jugendpflegerin Marlene Wagner zeigt sich voller Tatendrang und versprüht eine Menge Optimismus. (Foto: Wolfgang Kraft)
HÖCHST - Vor Jahresfrist noch Herzensanliegen kommunaler Gremien und weiter Kreise der Bevölkerung ist die offene Jugendarbeit im Taumel der Corona-Pandemie weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Dabei wurde und wird in diesem Bereich trotz erheblicher Einschränkungen hinter der aktuellen Kulisse mit großem Engagement wertvolle Arbeit geleistet.
„Gerade in dieser schwierigen Zeit, in der das Jugendzentrum als Treffpunkt und Anlaufstelle nicht mehr zur Verfügung steht und gemeinsame Projekte kaum durchführbar sind, müssen wir uns im Rahmen der Möglichkeiten nicht weniger intensiv um die Jugendlichen kümmern“, betont die Höchster Jugendpflegerin Marlene Wagner.
 
Das bedeutet für die Achtundzwanzigjährige vermehrt aufklärende Arbeit auf der Straße. „Ich gehe dorthin, wo die Jugendlichen abhängen, pflege den Kontakt mit Ihnen und stehe als Ansprechpartnerin zur Verfügung“, sagt Wagner. Wichtig seien dabei Informationen über Corona und das Abstands- und Hygieneverhalten, zumal die Schule als Informationsquelle weggefallen sei.
Bei Bedarf würden auch Einzeltermine vereinbart und Hausaufgabenhilfe angeboten. Ansonsten steht die Jugendpflegerin visuell über die Kontakte in den sozialen Netzwerken mit ihrer Klientel in Verbindung und kann auf diesen Kommunikationswegen Informationen, Problemlösungen oder kleinere Projekte anbieten wie zum Beispiel das Fertigen von Gesichtsmasken, sportliche Betätigung oder andere Freizeitmöglichkeiten.
Auf diesem Weg ist auch ein Projekt entstanden, das derzeit zum Tragen kommt und die Allgemeinheit ansprechen soll. Dazu haben Jugendliche in Eigeninitiative Pflanzen unterschiedlicher Art aufgezogen, die zusammen mit Resten des jüngsten BUND-Pflanzenbasars in einem offenen Schrank vor dem Jugendzentrum an der Bachgasse zum Tausch oder kostenlos für den Eigenbedarf angeboten werden.
 
Aktuell arbeitet Wagner an einem Hygieneplan mit dem Ziel, im Jugendtreff oder anderen Bereichen, etwa auf dem kleinen Freizeitgelände an der Bachgasse oder auf dem Bolzplatz neben der Kita „Am See“ für kleinere Gruppen Aktivitäten zu ermöglichen. Dabei legt die Jugendpflegerin großen Wert auf regelkonformes Verhalten der jungen Leute, um Rückschritte bei den erreichten Lockerungen zu vermeiden, wobei es auch um die Verfügbarkeit von Gesichtsmasken und Desinfektionsmitteln geht.
Zudem hat Wagner die kommunalen Ferienspiele auf dem Schirm. Dafür arbeitet sie in Kooperation mit der Gemeinde an einem Sicherheitskonzept. „Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass diese für viele Kinder wichtige Veranstaltung, wenn auch eingeschränkt unter entsprechenden Bedingungen, stattfinden kann“, gibt sich die Jugendpflegerin optimistisch.
Sie kann der gegenwärtigen Situation auch etwas Positives abgewinnen: „Corona hat dazu geführt, dass die Jugendpflege-Einrichtungen im Odenwaldkreis besser vernetzt und deutlich zusammengerückt sind.“ Dies habe zu einem intensiven Erfahrungs- und Ideenaustausch geführt, was auch für die Zeit nach Corona nützlich sein könne.
 
 
Bericht aus dem Odenwälder Echo von Wolfgang Kraft
 
 

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