Kreiskonferenz befürwortet Jahresergebnis und Ausblick auf die kommenden Jahre

AWO-Kreisverband investiert in neue Projekte und Modernisierungen
Kreiskonferenz befürwortet Jahresergebnis 2024 und Ausblick auf die kommenden Jahre

Beim Kreisverband Odenwaldkreis der Arbeiterwohlfahrt (AWO) steht das Geschäftsjahr 2025 ganz im Zeichen großer Investitionen in neue Projekte, in die Modernisierung seiner Verwaltung und bei den Immobilien. Dies lässt der Träger der freien Wohlfahrtspflege sich rund 280.000 Euro kosten. Wie auf der Kreiskonferenz am 26. Juni 2025 in Michelstadt deutlich wurde, belastet diese Entscheidung das voraussichtliche Jahresergebnis mit einem kalkulierten Minus von nur 181.000 Euro. Die Delegierten aus den Ortsverbänden teilten die Argumentation des erst im Vorjahr neu gewählten Vorstands und des Geschäftsführers Oliver Hülsermann (Michelstadt), der das Jahresergebnis 2024, den Haushaltsplan 2025 und den Tätigkeitsbericht vorstellte. Der Kreisverband startete in das laufende Jahr mit einem außergewöhnlich hohen Gewinn von 175.000 Euro, resultierend aus der Liquidierung der früheren Tochtergesellschaft AWO Soziale Dienste Odenwald gGmbH.“ Diese Liquiditätsreserven kommen gerade zur rechten Zeit“, so Hülsermann, „um die anstehenden Investitionen tätigen zu können, was sich langfristig positiv auf der Kostenseite der laufenden Geschäfte auswirken wird.“

Die Versammlung wurde vom Vorsitzenden Andreas Hennemann (Brombachtal) geleitet; sein Stellvertreter Rolf Wilkes (Erbach) verlas den Prüfungsbericht des Wirtschaftsprüfers, der für den Jahresabschluss „einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk“ erteilte. Alle Abstimmungen, darunter die Annahme des Jahresergebnisses, die Entlastung des Vorstands sowie die Änderung der Satzung, wurden einstimmig vorgenommen. Die Satzung sieht eine Stärkung des Ehrenamts vor und die Bildung von sogenannten Stützpunkten, die eingerichtet werden können, sobald die Mitgliederzahl eines Ortsverbands eine bestimmte Größe unterschreitet. Wie sehr die AWO, insbesondere seit dem erfolgreichen Neustart in Folge turbulenter Jahre, bei den verantwortlichen öffentlichen Stellen gefragt ist, belegt ein Blick auf die Entwicklung bestimmter Arbeitsfelder und auf neue Projekte. Diese sind in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe und im Bereich Betreutes Wohnen in der Wohnungslosenhilfe verortet. Bereits im Vorjahr auf den Weg gebracht wurde der Ausbau der Ganztagsangebote an Odenwälder Schulen, der in diesem Jahr zum Zuge kommt. Mit dieser Erweiterung einher geht die Modernisierung der Verwaltungsabläufe durch eine spezialisierte Software, mittels derer sich die Daten der Schülerinnen und Schülern an derzeit insgesamt zehn Schulen effektiver verwalten lassen. Allein in diesem Jahr sind vier neue Schulen hinzugekommen. Hülsermann berichtete, dass die Schulverwaltung im Odenwaldkreis der AWO ab dem 01.08.2025 eine Ausfallträgerschaft im Bereich der Schulbetreuung übertragen wird. Parallel wird in die Digitalisierung der Verwaltung insgesamt sowie in die Personalführung investiert. Früchte in dieser Hinsicht trägt bereits eine zu Jahresbeginn gestartete Kooperation mit dem benachbarten AWO Kreisverband Bergstraße. Die Investitionen an den Immobilien betreffen insbesondere die Altenpflegeeinrichtung in Michelstadt (Fassade, Balkons, Heizung) und in den Brandschutz im Seniorenheim Oberscholzenhof in Brensbach.

An neuen Projekten listete Hülsermann ferner auf: eine weitere Tagesgruppe, die in Erbach entstehen wird, sowie eine Wohnungslosenbegleitung zur kurzfristigen Unterbringung von betroffenen Menschen in der Odenwälder Kreisstadt. Die Beauftragung durch die Stadt Erbach wird voraussichtlich um eine Kooperation mit Michelstadt erweitert. Ausgebaut wird ferner das Betreute Wohnen für Menschen in schwierigen Lebenslagen um drei auf elf Plätze. Mit dem Ausbau der Angebote einher geht eine Erhöhung der Mitarbeiterzahl von derzeit 99 auf damit rund 120 Beschäftigte.

Die Bilanzsumme verringerte sich leicht um 111.000 Euro gegenüber dem Vorjahr auf 8,83 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn betrug 2,0 Millionen Euro (1,9). Die Umsatzerlöse konnten um rund 470.000 auf 4,33 Millionen Euro gesteigert werden. „Mit einer Eigenkapitalquote in Höhe von 8,5 Prozent liegen wir über dem Durchschnitt anderer Kreisverbände“, bedankte Hennemann sich für die solide und zukunftsweisende Geschäftsführung. „Die beschlossenen Investitionen führen zum Werterhalt unserer Vermögensgegenstände und in eine gute Zukunft unserer Dienstleistungen“, so der Vorsitzende.

 

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